Einbruchschutz für Wohnung und Haus
Zuerst kommen die Wohnungs- oder Haustür mit ihrem Schliesszylinder, danach ebenerdige Fenster und Fenstertüren, dazu das konsequente Abschliessen. Diese Reihenfolge folgt der Auswertung des Bundesamts für Statistik zu den Einstiegswegen von 2014: 2013 lief rund die Hälfte der Einbruchdiebstähle über die Tür, gut ein Viertel über das Fenster.
Kurzfassung
- An erster Stelle steht die Eingangstür samt Zylinder. Das Bundesamt für Statistik zählte 2013 rund die Hälfte der Einbruchdiebstähle über die Tür und rechnet Balkontüren und Angriffe am Schlosszylinder ausdrücklich dazu.
- Danach folgen ebenerdige und erkletterbare Fenster und Fenstertüren, über die 2013 gut ein Viertel der Fälle lief.
- Fast ohne Kosten bleibt das Verhalten: Türen verriegeln statt zuziehen und kein Fenster gekippt lassen. Die Schweizerische Kriminalprävention zählt ausserdem die gute Nachbarschaft zu den wirksamsten Hürden.
- In der Mietwohnung lässt Art. 260a Abs. 1 OR Erneuerungen und Änderungen an der Mietsache nur mit schriftlicher Zustimmung der Vermieterschaft zu. Diese Frage gehört vor die Bestellung.
- Alarmanlage, Kamera, Licht und Rollladen ordnen die beiden Schweizer Präventionsschriften als Ergänzung ein. Die mechanische Sicherung an Tür und Fenster ersetzen sie nach beiden Schriften nicht.
Die Massnahmen in ihrer Reihenfolge
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Die Wohnungs- oder Haustür als geprüftes Element wählen oder nachrüsten
ZuerstMiete und EigentumÜber die Tür lief 2013 rund die Hälfte der Einbruchdiebstähle. Einen Nachweis, der sich prüfen lässt, bietet ein ganzes Türelement mit einer Widerstandsklasse nach SN EN 1627: Sicheres Wohnen Schweiz empfiehlt für Türen bei Neu- und Umbauten RC 2 oder RC 3, und eine solche Klasse darf nur ein geprüftes Produkt tragen. Beim Kauf verlangen Sie deshalb den Prüfnachweis zum Bauteil und nicht bloss eine Klassenangabe in der Offerte.
Bleibt die bestehende Tür, lässt sie sich nachrüsten, etwa mit einer Mehrfachverriegelung oder einem Zusatzriegel. Nach Sicheres Wohnen Schweiz erreicht eine Nachrüstung ihre Wirkung nur an einer dafür geeigneten Tür und bei fachgerechtem Einbau. Eine Widerstandsklasse erhält die Tür dadurch nicht.
In der Mietwohnung lässt Art. 260a Abs. 1 OR Erneuerungen und Änderungen an der Mietsache nur zu, wenn die Vermieterschaft schriftlich zugestimmt hat. Für einen Riegel am Türblatt klärt eine schriftliche Anfrage vor der Bestellung, ob diese Zustimmung vorliegt.
Vertiefung im Lexikon: Widerstandsklassen RC·Einbruchschutz an der Tür nachrüsten·Mehrfachverriegelung an der Wohnungstür·Panzerriegel in der Mietwohnung
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Den Schliesszylinder mit einem Schutzbeschlag abdecken
ZuerstMiete und EigentumDie Tabelle des Bundesamts für Statistik zählt Angriffe am Schlosszylinder ausdrücklich zum Einstieg über die Tür. Die Kriminalprävention rät, den Zylinder mit einem Sicherheitslangschild zu schützen, das von innen verschraubt ist, und Sicheres Wohnen Schweiz führt daneben den Kernziehschutz als eigene Nachrüstmassnahme.
Eine eigene Schweizer Norm für das Schild führt der Normenkatalog nicht. Beim Kauf zählt deshalb, was das Datenblatt zum Produkt nachweist und ob die Verschraubung nur von innen zugänglich ist.
Beim Tausch des Zylinders steht das Format zuerst auf der Offerte: Der Schweizer Rundzylinder und der Europrofilzylinder sind verschieden gebaut, und ein Formatwechsel betrifft meist auch den Schlosseinsatz. In der Mietwohnung beschreibt Art. 260a OR kein Produkt und knüpft am Eingriff an; eine schriftliche Anfrage vor dem Tausch klärt die Zustimmung.
Vertiefung im Lexikon: Sicherheitslangschild und Kernziehschutz·Rundzylinder und Profilzylinder
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Ebenerdige Fenster und Fenstertüren verriegeln
ZuerstMiete und EigentumÜber das Fenster lief 2013 gut ein Viertel der Einbruchdiebstähle. Sicheres Wohnen Schweiz nennt ebenerdige und erkletterbare Fenster, Balkon- und Terrassentüren eingeschlossen, und empfiehlt bei Neu- und Umbauten geprüfte Fenster und Fenstertüren der Klasse RC 2 oder RC 3. Die Statistik zählt die Balkontür zur Tür, die Broschüre führt sie im Fensterkapitel; für den Kauf gilt die Produktgruppe, auf die das Prüfzeugnis lautet.
An bestehenden Fenstern setzen beide Schriften bei der Verriegelung an. Die Kriminalprävention nennt umlaufende Beschläge mit Pilzkopfzapfen und zum Nachrüsten aufgeschraubte Stangenverschlüsse, und sie verlangt an jedem Fenster einen abschliessbaren Griff, weil er das Öffnen von innen auch dann verhindern kann, wenn das Glas zerstört ist. Einen Griff mit blossem Druckknopf stuft Sicheres Wohnen Schweiz als geringen Schutz ein.
Verbundsicherheitsglas und Spezialfolie begründet die Kriminalprävention mit Erfahrung und ohne Klassenangabe. Beim Kauf zählt deshalb, worauf der Nachweis lautet: auf die Folie, auf das Glas oder auf das ganze Fensterelement. In der Mietwohnung stellt sich bei Griffen, Beschlägen und Folien dieselbe Frage nach der schriftlichen Zustimmung wie an der Tür.
Vertiefung im Lexikon: Abschliessbarer Fenstergriff·Balkontür: Fenster oder Tür·Sicherheitsglas im Schweizer Normenwerk·Einbruchschutzfolie
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Türen abschliessen statt zuziehen und kein Fenster gekippt lassen
ZuerstMiete und EigentumSicheres Wohnen Schweiz schreibt zur Tür: «Ziehen Sie Türen nicht einfach nur ins Schloss, sondern verriegeln Sie jede Tür auch bei kurzer Abwesenheit.» Eine Mehrfachverriegelung oder ein Zusatzriegel hält nur, wenn sie tatsächlich geschlossen sind. Das gilt für eine neue Tür der Klasse RC 3 genauso wie für eine alte.
Für das Fenster hält die Kriminalprävention fest: «Gekippte Fenster gelten als offene Fenster». Sie fügt an, das gelte auch gegenüber der Versicherung und könne die Entschädigung mindern. Rechtlich steht dahinter Art. 14 Abs. 2 VVG: Hat der Versicherungsnehmer oder der Anspruchsberechtigte das Ereignis grobfahrlässig herbeigeführt, ist das Versicherungsunternehmen berechtigt, seine Leistung nach dem Grad des Verschuldens zu kürzen. Ob ein gekipptes Fenster im Einzelfall so gewertet wird, entscheiden Sachverhalt und Police.
Vertiefung im Lexikon: Pflichten aus dem VVG nach einem Einbruch·Einbruchstatistik Schweiz
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Die Nachbarschaft einbeziehen und Abwesenheit nicht zeigen
ZuerstMiete und EigentumIn «Riegel vor!» steht: «Eine der wirksamsten Hürden, die Sie gegen Einbrecher aufstellen können, ist eine gute Nachbarschaft.» Gemeint sind das gegenseitige Hinsehen und die Absprache über Ferienabwesenheiten, die nach derselben Schrift nicht öffentlich im Internet stehen sollten.
Während längerer Abwesenheit sollte sich jemand um die Post kümmern, denn «ein überquellender Briefkasten ist wie eine Einladungskarte für Einbrecher». Sicheres Wohnen Schweiz empfiehlt, den Briefkasten täglich zu leeren oder leeren zu lassen, und im Mehrfamilienhaus, die Hauseingangstür geschlossen zu halten und unbekannte Personen nicht einzulassen.
Nach der Kriminalprävention geschieht die grosse Mehrheit der Einbrüche in Privatwohnungen tagsüber, weil dann die meisten Menschen ausser Haus sind. Wie sich die Fälle auf Monate und Stunden verteilen, weist die Kriminalstatistik gesondert aus, zuletzt für 2024.
Vertiefung im Lexikon: Sicherheitsberatung der Kantonspolizei·Einbruchstatistik Schweiz
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Die Bandseite der Tür mitsichern
DanachMiete und EigentumEine Tür hängt auf der Gegenseite des Schlosses an ihren Bändern. Sicheres Wohnen Schweiz führt die Bandsicherung unter den Nachrüstprodukten für Türen wie für Fenster, ohne sie gegenüber der Schlossseite zu gewichten. Sie steht hier deshalb nach den Massnahmen, die den gezählten Einstiegsweg unmittelbar betreffen.
Das Türband selbst ist ein Bauprodukt mit eigener Norm, SN EN 1935. Beim Kauf zählt das Papier, das zum Produkt gehört, und die Angabe, ob die Sicherung für Ihr Band und Ihren Rahmen vorgesehen ist.
Eine Grenze setzt der Brandschutz. Nach Sicheres Wohnen Schweiz dürfen Brandschutz-, Flucht- und Antipaniktüren nicht nachgerüstet werden, und für die Wohnungseingangstür führt die Brandschutzrichtlinie der VKF eine eigene Ziffer. In der Mietwohnung stellt sich bei jeder Montage an Türblatt oder Zarge die Zustimmungsfrage aus der ersten Massnahme.
Vertiefung im Lexikon: Türband und Bandsicherung·Zielkonflikt Einbruchsicherung und Fluchtweg·Wohnungseingangstür und die Fluchtwegregel
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Kellerfenster, Lichtschacht und Nebenräume sichern
DanachMiete und EigentumFür Fenster, die sich nicht einbruchhemmend ausführen lassen, etwa weil oft gelüftet wird, nennt die Kriminalprävention das Fenstergitter. Sicheres Wohnen Schweiz empfiehlt geprüfte und fachgerecht montierte Gitter besonders für unbewohnte Räume wie Nasszellen, Waschküchen und Keller; von aussen zugängliche Schrauben müssen gesichert sein.
Beim Lichtschacht verlangt die Kriminalprävention ein massiv verschraubtes Gitter und hält fest, dass ein Fenster hinter einem gesicherten Lichtschachtgitter unter Umständen keine zusätzliche Sicherung braucht. Sicheres Wohnen Schweiz nennt die Abhebe- oder Einsteigesicherung und legt Wert auf eine korrekte Montage. Eine Widerstandsklasse für den Schacht nennt keine der beiden Schriften.
Im Mehrfamilienhaus empfiehlt Sicheres Wohnen Schweiz, Abstellräume und Kellertüren immer zu verschliessen und Türen zu sichern, die von der Einstellhalle direkt zu Wohnräumen führen. Liegen Keller und Lichtschacht ausserhalb der gemieteten Räume, ist die Vermieterschaft die Ansprechpartnerin für eine Sicherung.
Vertiefung im Lexikon: Lichtschacht und das Kellerfenster·Fenstergitter als Kaufkriterium
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Vor dem Kauf eine polizeiliche Sicherheitsberatung einholen
DanachMiete und EigentumNach «Riegel vor!» kommen die Sicherheitsberater der Polizei zu Ihnen nach Hause und klären vor Ort, welche Massnahmen in Ihrem Fall passen. Mehrere Kantonspolizeien bieten das kostenlos an, darunter Bern, Zürich und Basel-Stadt; die Kantonspolizei Aargau verrechnet die Beratung nach ihrer kantonalen Gebührenverordnung.
Für private Anbieter verweist die Kriminalprävention auf die Mitglieder des Vereins Sicheres Wohnen Schweiz. Das ist die Mitgliederliste eines privatrechtlichen Vereins und keine behördliche Anerkennung; der prüfbare Massstab bleibt der Nachweis am Bauteil.
Einen Beitrag der kantonalen Gebäudeversicherung an den Einbruchschutz sieht nach dem geprüften Stand keine dieser Anstalten vor. Ihre Beitragskataloge dieser Anstalten gelten Brand, Blitz, Wasser und Naturgefahren, und baulicher Einbruchschutz steht in keinem der geprüften Kataloge.
Vertiefung im Lexikon: Sicherheitsberatung der Kantonspolizei·Verzeichnis anerkannter Einbruchschutz-Betriebe·Präventionsbeiträge der Gebäudeversicherung und der Einbruchschutz
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Wertsachen verankert aufbewahren und Schlüssel nicht aussen deponieren
ErgänzendMiete und EigentumEin Tresor erschwert den Einstieg nicht; er begrenzt den Schaden danach. Die Kriminalprävention verlangt, dass er fachgerecht verankert ist und ein Schloss mit Zahlencode hat, und für selten gebrauchte Wertsachen nennt sie das Bankschliessfach.
Für die Hausratversicherung zählt bei den drei im Lexikon geprüften Versicherern AXA, Helvetia und Vaudoise ein physisches Kriterium: Die höhere Wertsachenlimite gilt für einen Kassenschrank von rund 100 Kilogramm an oder für einen eingemauerten Wandtresor.
Beim Schlüssel nennt die Kriminalprävention unter den organisatorischen Massnahmen als erstes Beispiel, «dass Sie keine Schlüssel im Schloss stecken lassen». Ein Schlüsseltresor am Haus berührt die Versicherung: Nach den drei im Lexikon gelesenen Bedingungen ist das Aufschliessen mit dem richtigen Schlüssel dem Einbruchdiebstahl nur gleichgestellt, wenn sich der Täter den Schlüssel durch Einbruchdiebstahl oder Beraubung angeeignet hat.
Vertiefung im Lexikon: Wertsachen im Tresor und die Hausratversicherung·Schlüsseltresor am Haus und die Versicherung
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Mit dem Türspion prüfen, wer vor der Tür steht
ErgänzendMiete und EigentumBeide Schriften führen den Türspion beim Sehen und getrennt von der Türsicherung. Er zeigt, wer vor der Tür steht, ohne dass sie geöffnet wird, und mit Weitwinkeloptik erfasst er nach Sicheres Wohnen Schweiz auch Personen neben der Tür. Die Kriminalprävention rät, einer unerwarteten Person trotzdem zu zeigen, dass jemand zu Hause ist, etwa über die Gegensprechanlage.
Als elektronische Varianten nennt Sicheres Wohnen Schweiz den elektronischen Türspion und die Gegensprechanlage mit Kamera. In der Mietwohnung ist ein nachträglich gebohrter Spion ein Eingriff ins Türblatt, und die schriftliche Anfrage vor dem Einbau klärt die Zustimmung.
Vertiefung im Lexikon: Türspion an der Wohnungstür
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Licht und Rollladen für den Eindruck von Anwesenheit einsetzen
ErgänzendMiete und EigentumEin Haus, das mehrere Abende dunkel bleibt, wirkt unbewohnt. Die Kriminalprävention nennt Zeitschaltuhren, die mehrere Räume unregelmässig beleuchten, und Bewegungsmelder, die draussen helles Licht auslösen. Nach Sicheres Wohnen Schweiz ersetzt Beleuchtung die mechanischen und elektrotechnischen Vorkehrungen aber in keinem Fall.
Beim Rollladen trennen die Schriften zwei Dinge. Die Kriminalprävention schreibt: «Roll- und Faltläden können einen zusätzlichen Schutz bieten», fügt aber an, dass sie die Verriegelungen am Fenster nicht ersetzen. Sicheres Wohnen Schweiz spricht herkömmlichen Rollläden und Storen die einbruchhemmende Wirkung grundsätzlich ab und schreibt sie geprüften, klassierten Rollläden zu.
Auf dem Datenblatt zeigt die SIA-Nummer, worum es geht: Die Reihe 342 betrifft den Rollladen als Abschluss, die Reihe 343 die Einbruchhemmung nach SN EN 1627.
Vertiefung im Lexikon: Rollladen: Abschluss oder einbruchhemmendes Bauteil·Sicherheitsberatung der Kantonspolizei
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Alarmanlage und Kamera erst nach der Mechanik planen
ErgänzendMiete und EigentumEinbruchmeldeanlagen können nach der Kriminalprävention die Sicherung wirksam ergänzen, «sind aber nicht überall notwendig». Vor dem Einbau verlangt dieselbe Schrift ein Sicherheitskonzept gegen Fehlalarme und eine Antwort auf die Frage, was bei einem Alarm geschehen soll; in den meisten Fällen empfiehlt sie die Aufschaltung auf eine Alarmempfangszentrale.
Fehlalarme mit Polizeieinsatz können in Rechnung gestellt werden. Alle acht im Lexikon geprüften Kantone kennen dafür eine eigene Gebühr, und vier davon verlangen für die direkte Aufschaltung auf die Polizei eine Bewilligung.
Ist niemand zu Hause, dokumentiert eine Kamera nach der Kriminalprävention den Einbruch lediglich. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte beschränkt den Aufnahmebereich auf das eigene Grundstück und zieht Verriegelungen und Verstärkungen der Eingangstür der Videoüberwachung vor.
Vertiefung im Lexikon: Alarmempfangsstelle, Alarmzentrale und die Abkürzungen der Gefahrenmeldeanlagen·Fehlalarmgebühr in der Schweiz·Alarmaufschaltung auf die Polizei und ihre Bewilligung·Videoüberwachung am eigenen Haus
In der Schweiz
Die Polizei registrierte in der Schweiz 2025 nach der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik 34 755 Einbruchdiebstähle, aufgeklärt wurden 19,6 Prozent; zusammen mit den Einschleichdiebstählen waren es 46 636 Straftaten. Der Jahresbericht beruht auf dem Stand der Datenbank von Mitte Februar 2026. Nach dem Einstiegsweg aufgeschlüsselt hat das Bundesamt die Fälle in der Tabelle T 19.02.06.01.08 vom November 2014. Sie zählt für 2013 bei 56 930 Einbruchdiebstählen 29 385 Fälle über die Tür und 15 593 über das Fenster; zur Tür rechnet sie nach ihrer Fussnote auch Balkontüren und Angriffe am Schlosszylinder. Fortgeschrieben hat das Bundesamt diese Aufschlüsselung nach dem Eintrag zur Einbruchstatistik nicht; die beiden Zahlen beschreiben also das Jahr 2013. Auf sie stützt sich die Reihenfolge dieser Seite. Sie zählen, wo eingestiegen wurde, und messen nicht, wie gut eine Massnahme wirkt. Eine solche Messung enthält keine der hier verwendeten Quellen, und eine Rangliste nach Wirkung enthalten auch die zwei Schweizer Präventionsschriften nicht. «Riegel vor!» der Schweizerischen Kriminalprävention, 3. Auflage vom Juni 2021, ordnet sieben Tipps nach Bauteil und Verhalten und schreibt dazu: «kaum eine dieser Massnahmen allein kann den Einbruchschutz signifikant erhöhen». Die Broschüre des Vereins Sicheres Wohnen Schweiz vom März 2026 gliedert nach organisatorischen, baulich-technischen und elektrotechnischen Massnahmen. Zuerst stehen hier deshalb die Massnahmen am gezählten Einstiegsweg Tür und Fenster und das Verhalten, das die Kriminalprävention selbst hervorhebt. Danach folgen Ergänzungen an denselben Öffnungen, die Sicherung weniger exponierter Öffnungen und die Beratung. Ergänzend steht, was die beiden Schriften selbst als Ergänzung einordnen oder was den Einstieg nicht erschwert. Beraten wird in der Schweiz von der Polizei: Die Kontaktliste in «Riegel vor!» führt die Polizeikorps aller 26 Kantone auf, dazu vier Stadt- und Gemeindepolizeien.
Als Mieterin oder Mieter
Ein Teil der Massnahmen verändert an der Wohnung nichts: das Abschliessen statt Zuziehen, geschlossene Fenster, die Absprache mit der Nachbarschaft und die Beratung durch die Polizei. Diese vier liegen ganz bei Ihnen und kosten wenig oder nichts, und drei davon stehen in der Rangfolge dieser Seite weit oben.
Für alles, was an Tür, Fenster oder Wand montiert wird, ist Art. 260a OR massgebend. Abs. 1 lässt Erneuerungen und Änderungen an der Mietsache nur mit schriftlicher Zustimmung der Vermieterschaft zu, und einen Anspruch der Mietpartei darauf enthält der Wortlaut nicht. Hat die Vermieterschaft zugestimmt, kann sie nach Abs. 2 den früheren Zustand nur zurückverlangen, wenn das schriftlich vereinbart wurde. Weist die Sache bei Vertragsende dank der Änderung einen erheblichen Mehrwert auf, kann die Mietpartei nach Abs. 3 eine entsprechende Entschädigung verlangen.
Praktisch geht die Anfrage mit Produkt und Montageort schriftlich an die Verwaltung, und die Antwort liegt vor der Bestellung vor. Im selben Schreiben lässt sich festhalten, ob beim Auszug zurückgebaut wird. Kommt es über Zustimmung oder Rückbau zum Streit, sind die Schlichtungsbehörde in Miet- und Pachtsachen und eine mietrechtliche Beratung die Anlaufstellen.
Als Eigentümerin oder Eigentümer
Beim Neu- oder Umbau lassen sich geprüfte Bauteile von Anfang an einplanen. Sicheres Wohnen Schweiz ordnet RC 2 dem Wohnbereich mit normalem Schutzbedarf zu, ebenerdig oder erkletterbar, und RC 3 dem gehobenen Wohnbereich und dem Geschäftsbereich. Die Klasse steht dann im Prüfnachweis des Elements, den Sie sich bei der Abnahme vorlegen lassen.
An der Hauseingangstür eines Mehrfamilienhauses treffen Einbruchschutz und Fluchtweg aufeinander. Die VKF-Brandschutzrichtlinie stellt Hauseingangstüren, die höchstens zehn Wohneinheiten erschliessen, von der Vorgabe zur Öffnungsrichtung frei; welcher Verschluss an einer bestimmten Tür zulässig ist, entscheidet die kantonale Brandschutzbehörde für das einzelne Objekt.
Im Stockwerkeigentum schliesst Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 und 3 ZGB Bauteile, welche die äussere Gestalt des Gebäudes bestimmen, und Einrichtungen, die auch den anderen Stockwerkeigentümern dienen, vom Sonderrecht aus. Ob eine bestimmte Tür oder Schliessanlage darunter fällt, nennt der Wortlaut nicht. Vermieten Sie selbst, erreicht Sie die schriftliche Anfrage nach Art. 260a Abs. 1 OR; ob ein Rückbau beim Auszug verlangt werden kann, hängt nach Abs. 2 an einer schriftlichen Vereinbarung.
Nach einem Einbruch
Die Kriminalprävention rät, sofort die Polizei über die Nummer 117 zu rufen und den Tatort nicht aufzuräumen. Gegenüber der Versicherung verlangt Art. 38 Abs. 1 VVG die Anzeige, sobald Sie vom Ereignis und von Ihrem Anspruch wissen. Bis der Schaden ermittelt ist, untersagt Art. 38b Abs. 1 VVG ohne Zustimmung des Versicherungsunternehmens Veränderungen an den beschädigten Gegenständen, welche die Feststellung von Ursache oder Schaden erschweren könnten; ausgenommen ist, was der Schadenminderung dient oder im öffentlichen Interesse geboten ist. Die provisorische Sicherung der Tür dient nach dem Eintrag zu diesen Pflichten der Schadenminderung, der Ersatz des Schlosses nicht.
Die obligatorischen Gebäudeversicherungen der Kantone Zürich und Bern versichern Feuer- und Elementarschäden; ein Aufbruchschaden an Tür und Schloss läuft dort über private Policen, deren Bedingungen ihn unterschiedlich zuordnen. In der Mietwohnung verpflichtet Art. 256 Abs. 1 OR die Vermieterschaft, die Sache in tauglichem Zustand zu erhalten, und Art. 257g Abs. 1 OR die Mietpartei, ihr Mängel zu melden, die sie nicht selber zu beseitigen hat.
Die Notsicherung einer aufgebrochenen Tür und den späteren Ersatz von Schloss und Zylinder führt der Betrieb hinter diesem Lexikon selbst aus. Ob die Versicherung leistet und wer die Rechnung trägt, entscheiden Police und Mietvertrag im Einzelfall. Kürzt ein Versicherungsunternehmen die Leistung oder ist die Kostentragung mit der Vermieterschaft strittig, klären das eine Rechtsberatung oder die zuständige Schlichtungsbehörde.
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Quellen
- [1]Bundesamt für Statistik BFS: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), Jahresbericht 2025 der polizeilich registrierten Straftaten, Kapitel 1.1 zum Datenstand und Kapitel 1.6 sowie Tabelle zu den Vermögensstraftaten mit Einbruchdiebstahl und Aufklärungsgrad, PDF über die Datenschnittstelle dam-api.bfs.admin.ch geladen, Berichtsjahr 2025, Stand der Datenbank Mitte Februar 2026, abgerufen 17.09.2026
- [2]Bundesamt für Statistik BFS: Tabelle T 19.02.06.01.08, Strafgesetzbuch (StGB): Einbruchdiebstahl nach Vorgehensweise Tür oder Fenster, Daten 2012 und 2013, samt Anmerkungen und Fussnote 1, Tabellenasset 271833 über die Datenschnittstelle dam-api.bfs.admin.ch geladen, Stand der BFS-Datenbank 11.02.2013 und 10.02.2014, abgerufen 17.09.2026
- [3]Schweizerische Kriminalprävention SKP, interkantonale Fachstelle der KKJPD: Riegel vor! 7 Tipps, wie Sie Ihr Heim gegen Einbruch schützen sollten, 3. Auflage, 20 Seiten, gedruckte Seiten 4 bis 18 mit den Tipps, dem Drei-Säulen-Prinzip und der Kontaktliste der Polizeikorps, als PDF selbst geladen und im Volltext gelesen, Juni 2021, abgerufen 17.09.2026
- [4]Fedlex, Bundeskanzlei: Obligationenrecht (OR), SR 220, Art. 256 Abs. 1, Art. 257g Abs. 1 und Art. 260a Abs. 1 bis 3, Volltext geprüft über die lokale Fedlex-Filestore-Kopie, Stand 1. Januar 2026, eingesehen 17.09.2026
- [5]Fedlex, Bundeskanzlei: Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG), SR 221.229.1, Art. 14 Abs. 2, Art. 38 Abs. 1 und Art. 38b Abs. 1, Volltext geprüft über die lokale Fedlex-Filestore-Kopie, Stand 1. Januar 2024, eingesehen 17.09.2026
- [6]Fedlex, Bundeskanzlei: Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB), SR 210, Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 und 3, Volltext geprüft über die lokale Fedlex-Kopie, Stand 1. Juli 2026, eingesehen 17.09.2026
- [7]Verein Sicheres Wohnen Schweiz SWS, Olten: Gegen Einbruch kann man sich schützen. Einbruchhemmende Massnahmen, 28 PDF-Seiten mit den gedruckten Seiten 2 bis 24, gedruckte Seiten 4 bis 21 mit den Empfehlungen für Mehrfamilien- und Einfamilienhaus, der Klassentabelle, den Fenster-, Tür- und Nachrüstkapiteln und dem Kapitel Beleuchtung, als PDF selbst geladen und im Volltext gelesen, März 2026, abgerufen 17.09.2026
Stand:
Der Betrieb hinter diesem Lexikon verkauft und montiert Einbruchschutz an Türen, darunter Sicherheitszylinder, Schutzbeschläge und Panzerriegel, und verdient damit an mehreren Massnahmen dieser Seite.
Welche dieser Massnahmen an Ihrer Tür zuerst ansteht, besprechen wir bei einer Besichtigung vor Ort. In einer Mietwohnung klären Sie die schriftliche Zustimmung der Verwaltung vorher, damit die Montage nicht darauf warten muss.